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Wo Google denkt, dass meine Arbeiten zitiert werden…

Google Scholar ist ja eine schönes Angebot zur Recherche wissenschaftlicher Veröffentlichungen. Ich habe jetzt mal den Selbstversuch gewagt und geschaut, welche meiner Publikationen dort gelistet sind.

Google Scholar ProfilGoogle Scholar durchsucht das Web nicht nur nach Webseiten, sondern auch nach wissenschaftlichen Publikationen. Ist quasi ein “Seitenprodukt” von Google Books, dem Service, mit dem Google umstrittenermaßen Bücher einscannt und im Internet verfügbar macht. Gleichermaßen ist es aber ein Konkurrenzangebot zu kommerziellen Rankingangeboten, denen die Geschäftsidee zugrunde liegt, den wissenschaftlichen “Impact” von einzelnen WissenschaftlerInnen, wissenschaftlichen Zeitschriften oder ganzen Wissenschaftseinrichtungen abzubilden. Letzteres wird im Zuge der Verwettbewerblichung von Wissenschaft (vgl. Interview mit Richard Münch “Wettbewerb ruiniert Wissenschaft” in der taz vom 30.05.13) heftig kritisiert und ob der wissenschaftlichen Validität und Reliabilität der bibliometrischen Daten auch angefochten.

Trotzdem sind WissenschaftlerInnen unter gegebenen Bedingungen darauf angewiesen, sich mit derartigen Maßstäben zur Bewertung ihrer Arbeit auseinanderzusetzen. Deshalb hab ich das Ganze einmal ausprobiert, indem ich ein Profil bei Google Scholar erstellt habe und es seit einiger Zeit auch pflege. Letzeres ist notwendig, weil sich herausgestellt hat, dass die Zuordnung von Publikationen zu meinem Namen nicht besonders zuverlässig ist, und ich immer wieder fälschlicherweise mir zugeordnete fremde Veröffentlichungen aus der Liste entfernen muss. Ich mag mir also nicht vorstellen, wie viele fälschlicherweise zugeordnete Publikationen jemand mit einem häufiger verbreiteten Namen als meinem so in der Liste findet.

Interessant bleibt das Ganze deshalb, weil trotz aller Fehler immer wieder Hinweise auf Publikationen herauskommen, die mich interessieren – auch wenn sie nicht meine Arbeiten direkt zitieren, sondern eher über mein Scholar-Profil als “Updates” angezeigt werden. Das Ergebnis dieses Selbstversuchs findet sich also hier. Probehalber habe ich in meinem Veröffentlichungsverzeichnis einige Einträge um Zitathinweise ergänzt, die mit der Auszeichung [cites] einen Link auf bei Google Scholar verzeichnete Werke enthalten, die die jeweilige Publikation zitieren – natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit… also bitte, gerne einmal ausprobieren!

Richtlinien, wie man Websites aufbereiten soll, damit Scholar die zugehörigen Publikationen möglichst einfach scannen kann, gibt es auch.